from the New York Times “Our Idea of Happiness Has Gotten Shallow. Here’s How to Deepen It.” https://www.nytimes.com/2025/05/03/magazine/happiness-history-living-well.html
Der westliche Glücksbegriff von der Antike bis heute stetig verengt hat: Ursprünglich bedeutete „eudaemonia“ bei Aristoteles ein gutes Leben, das auf Tugend, Gemeinschaft und einer gerechten Polis beruhte; römische Stoiker wie Seneca und Denker wie Cicero verankerten Glück ebenfalls in moralischer Bildung und öffentlichem Dienst. Im Mittelalter verband sich diese Idee mit christlicher Theologie, bevor die Aufklärung das Glück zum universellen individuellen Recht erklärte, etwa bei John Locke, Francis Hutcheson und Thomas Jefferson, die dennoch an die Verflechtung von persönlichem Wohlergehen und Gemeinwohl glaubten. Mit Jeremy Benthams Utilitarismus verschob sich der Akzent im 19. Jahrhundert auf subjektive Gefühle und messbaren Nutzen, und die Industrialisierung koppelte Glück zunehmend an Konsum und ökonomisches Wachstum. Im 20. Jahrhundert avancierte es zum Lifestyle-Produkt: Werbung, Selbsthilfekultur, Life-Hacks und digitale Algorithmen verkauften Glück als endlose Optimierung persönlicher Vorlieben.
Dennoch bleibt eine ältere, anspruchsvollere Vision lebendig: Glück entfaltet sich in Beziehungen, Verantwortung und sinnstiftender Teilhabe an einer gerechten gemeinsamen Welt – eine Aufgabe, die über bloßen Besitz und Selbstverbesserung hinausweist.
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